Datensicherung - Maxiversion

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lcer
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Datensicherung - Maxiversion

Beitrag von lcer »

Hallo liebes Forum,

gleich vorneweg, man verzeihe mir diese etwas ausgeuferte Datensicherungslösung, aber eines meiner Hobbys scheinen halt Computernetzwerke zu sein.

Ich arbeite an zwei Praxisstandorten. Die Verbindung wird über zwei Router (bintec RS232bw) über einen routerbasierten VPN-Tunnel hergestellt. Da es in der Vergangenheit immer wieder (ca. 1x pro Jahr aber jedesmal extrem ärgerlich) Probleme mit Dyndns gab, habe ich auf feste IP Addressen umgestellt. Das Netzwerk ist eine Windows 2003 Active-Directory Domäne mit zwei Standorten. Am Hauptstandort existiert ein weiterer Domaincontroller zur Ausfallsicherung. Grund für die etwas ausgeweitert Netzwerkstruktur (Windows Domäne) ist ein gewisses Sicherheitsbedürfnis, da es an beiden Netzwerkstandorten netzwerktechnische Überschneidungen mit den Netzwerken anderer Kollegen gibt (geben muss).

Zu sichern sind:
- die Windows 2003 Domain-Controller
- die Turbomeddatenbank auf einem der Domaincontroller
- die auf dem Server liegenden Benutzerproflile und Heimatverzeichnisse
- weitere gerätespezifische Daten auf den beiden Domaincontrollern

Abgesichert werden soll:
- Hardwareschaden am Domaincontroller mit der Folge eines kompletten Netzwerkausfalls - Zeit für Neukonfiguration wäre vermutlich 2-4 Arbeitstage, Neuanlage der Benutzerkonten etc..
- Diebstahlschaden an jedem Standort (Datenverlust, aber vermutlich unwahrscheilicher)

Das ganze soll so weit wie möglich automatisiert laufen.

Meine derzeitige Lösung sieht so aus:

Sicherungssoftware:
Als Sicherungssoftware wurde Acronis backup & Restore für Windows Server incl. Universal Restore angeschafft. (Das Universal Restore funktioniert übrigends, man kann den Windows Server von einem Rechner auf den nächsten aufspielen - die abweichenden Raid-Treiber werden durch Acronis automatisch ersetzt. Acronis sendet außerdem nach jeder Sicherung eine Email an mich, so dass ich in der täglich Email ein Feedback habe, ob die Sicherung funktioniert hat - oder eben nicht.

Server Hardware:
Zur besseren Handhabbarkeit liegen die (veränderlichen) Daten des Servers auf einer anderen Festplatte als Betriebssystem und Programmdateien. Die Auslagerungsdatei liegt auf einer separaten SSD. Die Systemfestplatte & Datenfestplatte sind als RAID1 konfiguriert, als Basisabsicherung gegen spontane Festplattenfehlerchen.

Gesichert wird in 2 Teilensicherungen:
1. Sicherung des Servers gegen Hardwareschäden
Sicherung des gesamten Servers (Festplattenimages) auf eine Netzwerkfestplatte (NAS) am jeweiligen Standort. Als Sicherungsschema wird "Trum von Hanoi" verwendet, damit ist eine Wiederherstellung des Systemzustandes für (je nach sicherungsebene) 2 Wochen nachträglich möglich. Diese Sicherung kann auf einem neuen Server wiederhergestellt werden. Wiederherstellungsdauer war in meinem Fall ca. 4 Stunden. Als NAS habe ich ein 2x1TB RAID1 laufen. Modell ist hier relativ egal.

2. Standortübergreifende Datensicherung gegen Diebstahl.
Hierfür wird eine "mobile" Netzwerkfestplatte verwendet. Ich habe hier eine QNAP TS-112 Turbo NAS mit 1x1TB verwendet. Diese ist in der Lage, sich am Active Directory anzumelden und den Eintrag am DNS-Server automatisch zu aktualisieren ("sicheres Update"). Damit ist es möglich die an beiden Standorten zu verwenden. Beim "Umstöpseln" erhält die NAS jeweils vom DHCP server je nach Standort eine neue IP-Adresse und aktualisiert diese im DNS-Server. Acronis spricht die NAS über ihren DNS-Namen an und bekommt gar nicht mit, wo sie gerade genau steht. Die Platte wird einmal alle 1-2 Wochen an den zu sichernden Standort gebracht, in der übrigen Zeit steht sie am entfernten Standort. Ist die Platte am zu sichernden Standort, erfolgt: 1. eine Komplettsicherung des Servers auf die Platte - zum schnellen wiederherstellen im Totalverlustfall. und 2. eine ausschließliche Sicherung der "veränderlichen Daten"-Festplatte/Partion als Basis für eine inkrementelle Sicherung. Dann wird die Festplatte am anderen Standort angestöpselt und bleib dort. Jetzt erfolgt automatisch täglich eine inkrementelle Sicherung über 16000DSL-VPN. Zur Sicherungsvalidierung wird nach ca. 1-2 Wochen die Platte umgestöpselt und eine neue Basissicherung als Grundlage für das inkrementelle Backup erstellt.

Bemerkungen:
Die Festplatte mit der Auslagerungsdatei wird nicht mitgesichert. Ebenso sichere ich eine Festplatte mit temporären und unwichtigen Daten ("tmp", WSUS, "Setup", ifap) nicht mit.
Manuelle Eingriffe sind nur nötig beim einstöpseln der Platte an den zu sichernden Standort, da die Vollbackups und die Validierung manuell gestartet werden müssen. Die NAS ist gerade noch klein genug, um einfach transportiert zu werden.

Restrisiken:
Das hin-und-hertransportieren der Platte benötigt, will man nicht extra dafür hin und her fahren, 1,5 Arbeitstage, in denen die Sicherung nicht sichergestellt unbedingt ist. Gegen einen gleichzeitigen Schaden an beiden Standorten ist man natürlich nicht gefeit.

Das ganze ist natürlich nicht billig, alle anderen zuvor ausprobierten Sicherungsvarianten waren für mich nicht befriedigend, da zuviel "per Hand" zu machen war. Ich kann hier auf Sicherungsskripte - die wiederum überwacht werden müssten - weitgehend verzichten.

Offen ist noch, wie Turbomed sich verhält. Noch (aus Gewohnheit) stecken die Schwestern die USB-Festplatte dran und sichern bei Programmende. Ob das erforderlich ist, weiss ich nicht genau. Bei der Wiederherstellung des Servers wegen geplantem Hardwarewechsel funktionierte alles - Das Sicherungsimage war von Acronis bei laufendem Fast-Objekts-Server erstellt worden. Ein netter nebeneffekt des Acronis Universal Restore war es, dass ich meine zu klein gewordenen Systemfestplatten (RAID1) problemlos gegen neue, größere Platten ersetzen konnte. Wärend des Restore-Vorgangs konnte man die Partionsgrößen beliebig anpassen.

Grüße

lcer
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