Zum Thema profiessionell: Ein Standort-EDV-Leiter (also vor der Zeit als das IT-Manager hieß) eines relativ bekannten deutschen Haushaltsgeräteproduzenten hat das mal ganz treffend so ausgedrückt: "Professionell ist, was funktioniert."
Was Virtualisierung angeht, so läßt sich grundsätzlich sagen, das den sog. "bare metal" Hypervisorn (Type 1) immer der Vorzug zu geben ist. Die Performance ist grundätzlich besser, als bei "hosted" Virtualisieringslösungen (Hypervisor Type2) wie Virtualbox oder MS Virtual PC.
Ob man dann nun ESXi free (VMware), XenServer (Citrix), Hyper-V (Microsoft), KVM (im Linux-Kernel) oder XEN (Open Source-Grundlage von Xenserver) macht, ist ein bisschen Geschmackssaache und häbgt natürlich auch davon ab, was man virtualisieren will. Bei den freien Versionen der kommerziellen Anbieter gibt es natürlich gewisse Einschränkungen (hauptsächlich bei den schönen Verwaltungstools), KVM ist Frickelei (performt dafür aber ziemlich gut, wenn man's hinbekommen hat). Mit XEN hab' ich schon ein paar Jahre nichts mehr gemacht. Die letzte Geschichte damals 2009/2010 hat aber wirklich gut funktioniert.
Hyper-V soll sich ziemllich gut zur Virtualisierung von Windows-Servern eignen (nicht wirklich erstaunlich). Dies behaupten zumindest die Menschen, die sowas öfter mal im großen Umfang machen. (Ich selbst komme was Server angeht, eher aus der Unix-/Linuxecke).
Was man aber beim Thema Servervirtualisierung nicht aus dan Augen verlieren sollte, ist die Kostenseite. So hat z.B. vor kurzem bei meiner Kalkulation für eine Datev-Serverumstellung (Datei-/DB- & Terminalserver) die virtualisierte Lösung eindeutig verloren. Und zwar aus folgenden Gründen.
1. Hardware-Kosten.
Die Maschine zum Virtualisieren hätte in diesem Fall ein Dual-Socket XEON E5-System werden müssen. Dummerweise kosten die Dinger nackt mi redundantem Netzteil usw. mehr, als die drei E3-Einsockelsysteme (davon 1x spare, spart auch noch den Aufpreis für x Jahre Garantieerweiterung), die es dann geworden sind.
2. Software-Kosten.
Normalerweise reicht für eine solche Umgebung (7 Arbeitsplätze) ein Server 2012 Foundation (1 CPU, bis 32GB RAM, bis zu 15 Benutzer inkl. 15 User CALs) vollkommen aus. Dieser kostet ca. 200,-. Lizenzrechtlich darf man den aber nicht virtualisiert betreiben (der Kunde wollte alles sauber lizenziert haben) und muß auf den normalen Server 2012 Standard (inkl. 5 CALS + 2 CALs extra) für insgesamt ca. 600,- ausweichen. (Bei 2012 Essentials war auch irgendwas, daß für dieses bestimmte Szenario nicht gepaßt hat, kann mich aber gerade nicht genau erinnnern.)
Übrigens: Der produktive Einsatz eines W7 in einer virtuellen Maschine ist MS-seitig eigentlich eigentlich auch nicht wirklich linzenziert. (Nur zwecks der Vollständigkeit, ob man sich nun daren stören muß. steht wieder auf 'nem anderen Blatt...)
3. Handhabung
Bei Mainboard- bzw. Netzteilproblem/-ausfall den leeren Ersatzserver aus dem Schrank holen, Plattencaddies umstecken, Strom und Netzwerk anschließen und danach einschalten ist auch für technisch absolut Unbegabte problemlos zu bewerkstelligen. In den meisten Fällen reicht das schon aus, um wieder arbeiten zu können. (Falls nicht, gibt's auf der Maschine noch 'ne Art "One-Click-Recovery"-Spielerei, die das letzte saubere Systemimage und die Daten der letzten Datensicherung wieder herstellt.)
Den letzten Snapshot einer virtuellen Maschine eines freien Hypervisors auf eine andere Kiste umzuziehen, ist zwar auch nicht wirklich schwer, erfordert aber grundsätzlich etwas mehr Know-How.
4. Stromverbrauch
Hört sich zwar im ersten Moment seltsam an, aber die zwei E3-Maschinen mit jeweils einzelnem, recht sparsamen 350W-Netzteil brauchen zusammen weniger Saft, als das große Zweisockelsystem mit redundantem Netzteil.
Allerdings ist für die Virtualisierung eines Standard WIn-Servers + FOS-Datenbank (entsprechend den oben beschreibenen Anforderungen) ein EInsockel-E3-System normalerweise vollkommen ausreichend.
Zum Thema Asterisk:
Wenn man's einfach und billig haben will, nimmt man 'nen Raspberry Pi. siehe (
http://www.raspberry-asterisk.org/).
Anebglich sollen damit 10 gleichzeitige Gespräche proplemlos möglilch sein (Ich selbst konnte bisher nur 7 oder 8 testen). Das kleine Ding ist für den Job einfach genial: braucht wenig Strom, performt ausreichend und ist absolut stressfrei.
Und bevor jetzt wieder der Einwand kommt, daß man "das Spielzeug" doch nicht produktiv einsetzen könne:
Die erste Raspberry-Asterisk hab' ich vor ca. einem Jahr gemacht (8 Telefone, davon 2x IP-DECT) und die läuft seitdem absolutt zuverlässig und problemlos.
Die größte Installation waren bisher 13 Telefone + 3 via VPN angebundene Nebenstellen. Ebenfalls problemlos.
Für den Fall. das wirklich mal eines der Kästchen den Geist aufgeben sollte, gibt's jeweils ein gleich konfiguriertes Ersatzset inkl. Netzteil, das auch von ener normalen Bürokraft/Arzthelferin binnen minuten in Betrieb genommen werden kann. (Einfach umstecken und gut ist).
Gerne verweise ich an dieser Stelle nochmals auf das Zitat am Beginn des Beitrags...
