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Bayer. Hausärzteverband: nun ganz den Verstand verloren??

Verfasst: Mittwoch 30. März 2011, 16:22
von Geigenberger
Hallo,

Gestern (!!!! 29. März!!!!) haben sich der HÄV und die BKKen auf einen Interimsvertrag geeinigt, der bis zum 30.06.2011 gültig ist. Dann kommen ab 01.07.2011 die endgültigen Folgeverträge.

Von 01.01.2011 bis 30.06.2011 läuft folgender Interimsvertrag:

* Die kontaktunabhängigen Pauschalen fallen weg.
* Es gibt bis 30.06.2011 eine nach oben auf 70 € gedeckelte kontaktabhängige Pauschale. Dies bedeutet, wir können pro Quartal kontaktabhängig bis zu 70 € für einen Patienten erdienen, dann ist Schluß.
* Dieser Interimsvertrag wird am 31.03.11 (!!!!!!) unterzeichnet.
* Alle Ärzte, die im HzV Modell vertreten sind, MÜSSEN (!!) über die HÄVG abrechnen.
* Wie mit den einzelnen Kassen abzurechnen ist, steht in dem ominösen Fax des Hausärzteverbandes vom 29.03.2011.
* Weitere Informationen folgen.

An dieser Vereinbarung kann ich keine finanziellen Vorteile erkennen - nur Abrechnungsärger!!

Das heißt, wir können jetzt noch nicht abrechnen und müssen alle Patienten jetzt einen Tag(!) vor Quartalsende wieder aus der KV-Abrechnung entfernen!!! :evil: :evil: Wir müssen erst die Informationen abwarten und erfahren dann erst, wohin wir die CD's schicken 'dürfen' !! Geht's noch??????

Ja ist denn der Hausärzteverband nun vollständig verrückt geworden: Zuerst wird ein guter Vertrag, der noch bis Ende dieses Jahres laufen würde, sehenden Auges in Nürnberg an die Wand gefahren - und jetzt diese Katastrophe!!

Ich mußte bis heute, auch nach allen bereits gesprochenen Gerichtsurteilen davon ausgehen, dass die Kündigung rechtskräftig ist.
Ich habe bei TurboMed meine Module bereits gekündigt!
Und meine Kündigung beim Hausärzteverband ist nun auch bereits unterwegs!!
Diese "Einigung" zwischen Kassen und Hausärzteverband ist eine billige Absprache, nur um das finanzielle Überleben der hausärztlichen Vertragsgemeinschaft zu retten. Für wie blöd halten die uns????

Ohne mich!!!

A. Geigenberger

Re: Bayer. Hausärzteverband: nun ganz den Verstand verloren?

Verfasst: Mittwoch 30. März 2011, 16:52
von Geigenberger
Soeben per e-mail erfahren: (Warum verheimlicht uns dies der Hausärzteverband????? :evil: :evil: :evil: )

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Für die Interimsverträge besteht ein Sonderkündigungsrecht. Das hätte korrekterweise in dem gestrigen Schreiben erwähnt werden müssen. Wenn Du kündigen möchtest: Fax mit Deiner ID an die HÄVG: Fax Nr. 02203/5756 11 10. Bezug auf Sonderkündigungsrecht für BKK-Verträge mit Interimsvereinbarung, Kündigung zum 01.01.2011 und erwähnen, dass Du die Leistungen für diese Verträge ab 01.01.11 über die KV abrechnest. Kündigungsbestätigung anfordern. Laut Auskunft der HÄVG sollte dann eine Bestätigung innert der nächsten Tage kommen. . Ob LKK auch wegen Änderung der Vertragsgrundlage gekündigt werden kann, werde ich noch erfragen. Ich weise den BHÄV auch daraufhin, dass ein Hinweis auf das Sonderkündigungsrecht an die Kollegen ergehen muss.

Wenn Du alle Verträge kündigen möchtest, dann die Kündigung an die HÄVG schicken, denn die Mitgliedschaft beim Hausärzteverband ist nicht Bedingung für die Teilnahme an den HzV.

Re: Bayer. Hausärzteverband: nun ganz den Verstand verloren?

Verfasst: Mittwoch 30. März 2011, 21:59
von Roland_Colberg
Mein Eindruck ist schon länger, dass der Hausärzteverband vorrangig ein Ziel verfolgt: Hauptsache raus aus der KV, koste es was es wolle.

Zum Glück hatte ich an den BKK- und EK-HzV nicht teilgenommen. Allerdings sind doch 70€ gar nicht so schlecht (nach meiner Berechnung hätte ich auch in den gekündigten Verträgen nicht mehr umgesetzt), vor allem im Vergleich mit den immer wieder angeführten RLV.

R. Colberg

Re: Bayer. Hausärzteverband: nun ganz den Verstand verloren?

Verfasst: Mittwoch 30. März 2011, 22:14
von Geigenberger
Roland_Colberg hat geschrieben:Mein Eindruck ist schon länger, dass der Hausärzteverband vorrangig ein Ziel verfolgt: Hauptsache raus aus der KV, koste es was es wolle.
Das war unter Hoppenthaller ganz sicher so. Herr Krombholz dürfte da so manchen Konflikt haben.
Allerdings sind doch 70€ gar nicht so schlecht
R. Colberg
Die 70 Euro muß man aber auch erst erreichen. Wie das möglich sein soll, maß man mir auch erst erklären, zumal auch die kontaktunabhängigen Pauschalen wegfallen sollen!! (Was der Hausärzteverband im übrigen bisher auch noch unter Verschluß hält!)

A. Geigenberger

Re: Bayer. Hausärzteverband: nun ganz den Verstand verloren?

Verfasst: Mittwoch 30. März 2011, 22:58
von danspie
Sehr geehrter Herr Geigenberger,
auch ich bin von der Situation alles andere als begeistert. Aus meiner Sicht ist immer noch nicht verständlich, wie die Führung des BHÄV die Stimmung an der Basis dermaßen falsch einschätzen konnte.
Allerdings muss man doch auch festhalten, dass es ohne die Tatkraft eines Hoppenthaller und der Führung des BHÄV überhaupt keine Hausarztverträge gegeben hätte. Was die Leute für uns Hausärzte auf die Beine gestellt haben,verdient dennoch Respekt!
Es spielt doch den Kassen in die Hände, wenn wir mit Austritten aus dem BHÄV unsere Interessenvertretung zerstören und damit keinen Verhandlungspartner für die Kassen mehr haben! Wollen sie zukünftig wirklich nur noch die KV als Verhandlungspartner gegenüber den Kassen ohne Alternative/Konkurrenz? Wenn jetzt zu viele Ihrem Beispiel folgen würden, hätte der BHÄV jedenfalls kein Verhandlungsmandat mehr - ist das wirklich in Ihrem Sinne?
Auch wenn ich Ihren Ärger wirklich verstehe, halte ich den Austritt aus dem BHÄV für eine - Entschuldigung, sie wissen, dass ich sie sehr schätze - destruktive Kurzschlussreaktion, die uns Hausärzte in Bayern schwächt und nichts bringt (mit Ausnahme des ersparten Mitgliedsbeitrags).
Viele Grüße aus Murnau
A. Spiegl

Chronologie der Ereignisse

Verfasst: Samstag 2. April 2011, 13:44
von Geigenberger
Sehr geehrter Herr Spiegl,

danke für Ihre Anmerkung. Gerade Ihnen bin ich eine etwas genauere Antwort schuldig, warum meine Handlungsweise nun so konsequent ausfällt.

Es liegt an einer ganzen Serie von schweren Fehlern, die nach meiner Einschätzung dem Hausärzteverband passiert sind. Und diese Fehler setzen sich in der Gegenwart fort, ganz so als hätte man nichts dazu gelernt. Schon immer kritisierte ich die schlechte Informationspolitik des Hausärzteverbandes. Die Homepage ist auch heute noch so nichtssagend wie 'vor Nürnberg' und Mitglieder erhalten keinerlei Chance, sich irgendwo zu äußern und sich auszutauschen. Ideal wäre ein Forum unter der Moderation des Hausärzteverbandes und nur für Mitglieder des Hausärzteverbandes, wobei anonyme Postings unmöglich sein sollten, um 'Blödsinn' zu vermeiden. So oft habe ich dies schon angeregt, aber offenbar fürchtet man einen offenen Meinungsaustausch. Statt dessen wird - so mein Eindruck - weiterhin eine 'Geheimpolitik' gemacht; der Interimsvertrag ist bis heute (2.4.) immer noch nicht veröffentlicht, obwohl wir Hausärzte die HzV- Abrechnung nun auf dieser Grundlage machen müssen: Das ist völlig inakzeptabel!!!!!!
auch ich bin von der Situation alles andere als begeistert. Aus meiner Sicht ist immer noch nicht verständlich, wie die Führung des BHÄV die Stimmung an der Basis dermaßen falsch einschätzen konnte. Allerdings muss man doch auch festhalten, dass es ohne die Tatkraft eines Hoppenthaller und der Führung des BHÄV überhaupt keine Hausarztverträge gegeben hätte. Was die Leute für uns Hausärzte auf die Beine gestellt haben,verdient dennoch Respekt!
Ja, das sehe ich genauso. Ergänzen sollten Sie aber vielleicht noch, dass nun alles wieder sehr leichtfertig verzockt worden ist. Von Anfang an war ich äußerst skeptisch. Ziemlich alleine habe ich öffentlich meine Bedenken offen geäußert - und auch dafür einige Prügel bezogen. (Die folgenden Zitate (in roter Farbe) beziehen sich hauptsächlich auf meine Postings im Hippokranet-Forum.)

07.11(!!!!!).2010 12:12:17 Uhr:

Ich bin äußerst skeptisch und ich fürchte sehr, dass dies misslingen wird!! Ich fürchte weiterhin, dass sich damit Herr Hoppenthaller selbst abschießen und dann der Hausärzteverband 'führerlos' und bedeutungslos vor sich hindümpeln wird. Ich fürchte, wir werden ein grandioses Eigentor schießen!!

08.11.2010 20:04:56

Dennoch: Das Fax des bayerischen Hausärzteverbandes vom 8.11. klärt bei weitem nicht über alle Unsicherheiten und Risiken auf; es verniedlicht die Situation, redet ernsthafte Probleme klein und läßt viele Fragen offen. Wenn dann von anderer Seite auch noch Kolleg(inn)en, die ihre berechtigten Sorgen zum Ausdruck bringen, gleich als unbedarfte Hasenfüße und berufspolitische Ignoranten verunglimpft werden, dann werden diese Kollegen in der momentanen Diskussion eben ihren Mund halten. Und das Erstaunen wird wieder groß sein, dass das Abstimmungsergebnis im Januar nicht so ist, wie die Stimmungslage auf den Versammlungen oder in diesem Forum. Es ist recht einfach, in Foren wie diesem die alten Kampfparolen immer und immer wieder im Chor zu wiederholen.
....
Meine Bitte an den Hausärzteverband: Bitte bleiben Sie ehrlich und verharmlosen und beschwichtigen Sie nichts! Klären Sie bitte auch offen über die Risiken auf! Diese Aktion ist für Aussteiger nach wie vor sehr gefährlich und kann (und wird!) manchen Praxen die Existenz kosten! Diese Gefahren müssen offen und ehrlich diskutiert werden!! 'Hasenfüße' sollten durchaus ermuntert werden, ihre Bedenken zu äußern; erst dies macht die ganze Diskussion ehrlich und glaubwürdig – gerade für Zweifler. Ansonsten bleiben die 'Hasenfüße' ganz einfach stumm und gehen am 26.1. schlicht und einfach nicht zur Abstimmung.

14.11.2010 09:22:14

Beiträge, die die Bedenken der Schweigsamen widerspiegeln, einfach unqualifiziert niederzumachen und diese Kolleg(inn)en als Feiglinge und Personen zu verspotten, die dieser an sich guten Sache "in den Rücken fallen", sind extrem kontraproduktiv. Diese Kolleg(inn)en sagen dann eben ihre Meinung schlicht und einfach nicht mehr --- und gehen nicht zur Abstimmung!

28.11.2010:

lokale Quote
In unserer Dienstgruppe würden 4 von 13 Mitgliedern den Ausstieg bekunden.
In unserem Hausarztkreis Dingolfing-Landau (geschätzte 50 Mitglieder) möchten sich 8 Kollegen am Ausstieg beteiligen (einschließlich der oben genannten 4).
(Zur Quotenberechnung sehen Sie bitte die Fußnote)


Sie sehen also, Sehr geehrter Herr Spiegl,
dass es sich schon von Anfang an schon zumindest deutlich zeigte, dass der Ausstieg ein Mißerfolg werden könnte. Von unserem Hausarztkreis hier in Dingolfing sind dann - soweit ich informiert bin - nur ganze zwei Kollegen tatsächlich zum Ausstieg bereit gewesen und haben unterschrieben. Gerade einige 'Wortführer für den Ausstieg' haben ganz zum Schluß noch 'den Schwanz eingezogen'. Da denke ich ist es schon deutlich aufrichtiger und mutiger, von Anfang an seine Bedenken zur Diskussion zu stellen. Auch im Landkreis Rottal-Inn fanden sich nur ganz vereinzelt Kollegen, die zum Ausstieg bereit waren. So etwas hätte dem Hausärzteverband doch sicher zu Ohren kommen müssen - und sind ihm auch zu Ohren gekommen, das weiß ich!

Der Hausarztverband hätte diese Stimmungslage von Anfang an richtig einschätzen müssen - und auch leicht einschätzen können. Aber man hörte nur auf die - teilweise auch noch feigen - Schreihälse und Stimmungsmacher in öffentlichen Foren und Veranstaltungen. Wobei auch in den Veranstaltungen selbst bereits eine erhebliche Skepsis spürbar war, wenn man nur genau hinhören wollte! Und so denke ich auch, dass der wirklich sehr bewundernswerte brachiale Wille von Herrn Hoppenthaller, der uns Hausärzten in Bayern lange Zeit viele Vorteile brachte, zum Schluß uns allen dann doch zum Verhängnis geworden ist, da er ganz offenbar auch blind und taub machte.

Ich war am 9.11.2010 in der allerersten Veranstaltung von Herrn Hoppenthaller in Ergolding bei Landshut. Schließlich war erst seit wenigen Tagen bekannt geworden, dass eine regelrechte Revolution geplant war und ein neues Zeitalter eingeläutet werden sollte. Auch ich war wirklich begeistert an diesem Abend, es hat mir aber trotzdem sehr zu denken gegeben, dass trotz dieser epochalen Pläne doch relativ wenig Kolleg(inn)en anwesend waren, schließlich handelte es sich ja immerhin um eine Veranstaltung für einen sehr großen Teil der niederbayerischen Ärzte. Der Raum in dem Gasthaus war zwar brechend voll - aber so wahnsinnig groß waren die Räumlichkeiten ja auch nicht, so dass mich die absolute Teilnehmerzahl in Anbetracht der Dimension des Vorhabens eigentlich ein wenig enttäuschte. Und natürlich war die deutlich zu fühlende Skepsis sehr groß - verständlich bei dem beabsichtigten 'revolutionären' Schritt - , aber ich hatte das Gefühl, dass zweifelnde Fragen am Ende dieses Vortrages sehr kurz angebunden, ja fast beleidigt und insgesamt unbefriedigend beantwortet wurden. Reale Ängste wurden ignoriert und die Bedenkenträger verunglimpft. Viele Fragen und Ängste wurden schlicht ignoriert und blieben unbeantwortet.

04.12.2010 19:25:57

Kriegs-Szenario (1. Februar bis 31. August 2011)
Liebe Kolleginnen und Kollegen außerhalb Bayerns,Liebe Fachärzte,
aus sicherer Entfernung geben Sie Ratschläge und feuern uns an, gelegentlich wohlwollend und streckenweise leider auch mit sehr weltfremden Parolen; blutige Nasen holen sich ja allerhöchstens die anderen. Und wenn dann einer der Gladiatoren in der Arena nicht sofort blind losläuft und ein wenig überlegt, dann senkt der Mainstream auf der bequemen Besuchertribüne den blauen Daumen. Tolle Leistung!!
Sie alle, verehrtes Publikum, sind ja so sicher, dass es klappt mit unserem Ausstieg hier in Bayern, wenn 60% bei uns mitmachen. Die vom Hausärzteverband geforderten 60% sind aber nur ca. 35% der Hausärzte! Und da gibt es dann auch noch gewaltige regionale Unterschiede. Dort wo alle Kollegen geschlossen mitmachen, mag die Vorausplanung des Hausärzteverbandes ja aufgehen. Aber auch in diesen Gebieten gibt es Randbezirke. Und es gibt Gegenden, da sind die Aussteiger in der Minderheit. Bei sich sicher noch verhärtenden Fronten - und jetzt ist ja erstmal nur die erste und noch moderate Gegenreaktion der AOK erfolgt – wird der Wind noch viel viel eisiger wehen! Und gerade in den Gebieten, in denen die Nichtaussteiger in der Überzahl sind, werden die Krankenkassen vielleicht den Hebel ansetzen. Stellen Sie sich nur 'mal folgendes Szenario vor: Der Ausstieg gelingt und die Krankenkassen teilen ihren Versicherten öffentlich und werbewirksam mit, welche Ärzte noch Vertragsärzte sind. Können Sie sich vorstellen, was passiert, wenn den Patienten von den Kassen auch nur angedeutet wird, dass sie ihre Arztrechnungen vielleicht(!) nicht mehr bezahlt bekommen? Nicht wenige Patienten, insbesondere viele junge 'Scheinverdünner' ohne feste Arztbindung werden versuchen, einen Arzt zu wählen, von dem sie wissen, dass sie nicht auf den Arztkosten sitzen bleiben. In Gebieten, in denen die meisten Kollegen geschlossen aussteigen, wird das möglicherweise wirklich kein Problem für die 'Ausstiegsbewegung' sein. Aber in den "Mischgebieten"? Genau hier werden die Kassen den Hebel ansetzen. Da gibt's dann sehr schnell die ersten Bauernopfer, sprich Praxen, die ganz einfach pleite gehen! Und dann werden sich schnell andere Kollegen fragen, deren Umsätze ebenfalls gefährlich zurückgehen, ob dieses Praxissterben vielleicht auch auf sie übergreift. Und dann könnte in diesem Umfeld der allgemeinen Angst und Verunsicherung die Krankenkasse ja in einigen Gebieten, in denen die Versorgung wirklich gefährdet ist, einigen größeren 'Versorger'-Praxen ja lukrative 'Heimkehrerangebote' machen. Vielleicht konstruieren ja auch Staatsanwälte dieses 'rechtswidrige' Verhalten als schweren Straftatbestand und die Gerichte fangen an, die ersten Kollegen gnadenlos mit hohen Geldstrafen abzuurteilen....

Den aktuellsten Angaben (Stand: Oktober 2008) der OECD nach, lag der jährliche Behandlungsfall pro Bürger in den Jahren 2005/06 zwischen 2,8 in Schweden und 13,7 in Japan. Ein Report der Gmünder Ersatzkasse (GEK) hat nun gezeigt, dass im Vergleich zu den vergangenen Jahren die Zahl der Arzt Besuche pro Kopf von 16 Mal jährlich auf fast 18 Mal anstieg. Vielleicht wollen die Kassen ja auch den Ausstieg eines Teils der Kassenärzte!! Deutlich seltenere Arztkontakte z.B. durch eine 'Eintrittsgebühr' in den Arztpraxen, die weite Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung, die Stärkung medizinischer Versorgungszentren, jederzeitiger Zugang zu Fachärzten, Agnes für den Hausbesuch, einige reumütige 'Ex-Aussteiger' – und schon könnte die Versorgung hier in Bayern – auch ohne tschechische Kollegen – wieder so weit funktionieren, dass zumindest die Kassen hoch zufrieden sind: Die ambulante Versorgung wird billiger - und 'Schuld' sind auch noch die Ärzte - und Versorgungszentren werden gestärkt. Klar, das ist nur ein Szenario; aber auch der geplante Verlauf des Hausärzteverbandes ist nur ein Szenario.

14.11.2010 09:22:14
..Hier geht es nicht darum, bei einer Fehlentscheidung 'mal 100.000,- oder 200.000,- Euro zu verlieren. Die Dimensionen sind ganz andere(!!!): Hier geht es um nichts weniger als um die berufliche Existenz!

03.12.2010 18:10:16
... Dieser Hausarztverband müßte dann aber die Realitäten richtig einschätzen können: Denn für Kampfmaßnahmen, wie man sie sonst von Gewerkschaften kennt, wären die bayerischen Hausärzte jederzeit bereit. Dies sah man an der letzten Praxis-Schließungs-Aktion.
Nicht aber für wirtschaftlichen Suizid.


Und es kam noch schlimmer als in diesem 'Szenario' dargestellt: Die mühsam erkämpften HzV-Verträge, die noch das ganze Jahr 2011 hätten unverändert laufen können wurden fristlos (und wie wir mittlerweile von den Gerichten wissen: rechtmäßig) gekündigt. Man hätte das ganze Jahr 2011 nutzen können, um sich zu positionieren, die Lage zu analysieren und wirksame und intelligente Strategien zum Wohle der Hausärzte zu entwickeln. Statt dessen wurde mit einer unglaublichen und blinden "Augen-zu-und-durch-Politik" der Show-Down in Nürnberg "durchgezogen": kritische Stimmen unerwünscht, Gegenstimmen Blasphemie!

Aber nun weiter zu Ihrem Beitrag, sehr geehrter Herr Spiegl.
Es spielt doch den Kassen in die Hände, wenn wir mit Austritten aus dem BHÄV unsere Interessenvertretung zerstören und damit keinen Verhandlungspartner für die Kassen mehr haben! Wollen sie zukünftig wirklich nur noch die KV als Verhandlungspartner gegenüber den Kassen ohne Alternative/Konkurrenz? Wenn jetzt zu viele Ihrem Beispiel folgen würden, hätte der BHÄV jedenfalls kein Verhandlungsmandat mehr - ist das wirklich in Ihrem Sinne?
Damit haben Sie natürlich Recht, aber es ist trotzdem irgendwann ein Punkt erreicht, an dem man nicht mehr folgen kann. Die zu Beginn dieses Schreibens angemerkte 'Geheimdiplomatie' kann ich einfach nicht akzeptieren. Und ehrlich gesagt habe auch ich lange Zeit - auch vor meinen Patienten - vertreten, dass wir Hausärzte eine völlig andere vertragliche 'Geschäftsgrundlage' brauchen, damit eine Niederlassung gerade auch für junge Kolleginnen und Kollegen wieder interessant wäre und überhaupt erst wieder möglich wird. Wirtschaftliche Planbarkeit vor dem Hintergrund der Kassenwillkür war das Zauberwort, von dem auch ich völlig überzeugt war. Und nun reibe ich mir die Augen, weil es sich herausstellt, dass das Vertragswerk der KV im Rahmen des Sozialgesetzbuches trotz allem Ärgernis immer noch viel planbarer ist als die jederzeit kündbaren Verträge nach dem bürgerlichen Gesetzbuch!!!! Vergessen Sie aber auch bitte nicht, dass wir auf der Grundlage des Sozialgesetzbuches an unseren leider nun schon teilweise recht klein gewordenen Futtertrögen sitzen, um die aber ein recht wirksamer Zaun sich befindet und uns vor Konkurrenz schützt. Konkurrenz, mit der jeder Handwerker innerhalb des bürgerlichen Gesetzbuches leben und sich behaupten muß. Natürlich unterstütze ich einen Verband, der meine Interessen auch wirklich vertritt; aber ich denke, man muß jetzt wieder ernsthaft und ganz offen(!!) diskutieren, wo die Interessen eigentlich sind. Sicher nicht in Hausarztverträgen, die finanziell keinerlei Vorteile bringen, nicht durchüberlegt sind und die massive organisatorische Probleme in den Praxen machen.

Den Schlußsatz des letzten Rundfaxes vom 29.3.2011 muß man sich 'mal auf der Zunge zergehen lassen:

"Über weitere Einzelheiten der Fortführung der HzV-Verträge mit den LKK und die Interimsvereinbarung mit den BKK informieren wir Sie noch gesondert."

Da müssen wir Ärzte nun an diesem Wochenende entscheiden, nach welchem Modus wir abrechnen sollen; das Sonderkündigungsrecht wird in diesem Fax erstmal gar nicht erwähnt und die Einzelheiten des Vertrages, obwohl ja bereits genau bekannt, da der Vertrag ja angeblich vor 2 Tagen bereits (31.3.) unterzeichnet worden sein soll, wird nicht öffentlich gemacht und ganz offensichtlich geheim gehalten!! Auch ganz aktuell (2. April 2011 ; 11:15 Uhr) sind auf der Homepage des bayerischen Hausärzteverbandes keinerlei weiterführenden Informationen zu erhalten!! Wer nun per HzV abrechnet akzeptiert ja dann wohl Bedingungen, die noch überhaupt nicht öffentlich sind und kein 'Außenstehender' offenbar wirklich kennt!!! Jetzt sollen wir Ärzte aber unsere Entscheidung treffen - ohne verläßliche Information! Unglaublich!!

Aber damit nicht genug:

Es wurden uns ja von den Kassen die Listen vorenthalten, aus denen wir ersehen können, welche Patienten überhaupt eingeschrieben sind!! Wie sollen wir da eine gültige Abrechnung machen??

Auch ist noch überhaupt nicht klar, wohin die CD's zu schicken sind, da Datenschutzbestimmungen noch zu klären sind!! Das muß man sich 'mal vorstellen: Heute, am 2.4. - wir sollten dieses Wochenende unsere Abrechnung fertig machen!!

Und noch abschließend zum Geld: Deckelung 70,- Euro!! Hört sich prima an!! Aber wer soll denn diese 70,- Euro erreichen, und wie?? Der BKK-Vertrag sieht nur in ausgesuchten Fällen (eher willkürliche) Diagnosen vor, zu denen die Chronikerziffer 'passt'. Dann bleibt nur die Grundziffer!! Und kontaktunaubhängige Pauschalen sollen auch noch wegfallen. Ich kann's nicht genau nachrechnen, aber ich glaube, über die KV bekommt man mehr Geld.

Und unabhängig von der aktuellen Situation:

Mir gefällt es nicht, dass der Hausärzteverband massiv die direkte EDV-Anbindung an die Kassen vorantreibt und so die Infrastruktur schafft für eine spätere ständige 'online-Anbindung' unserer Praxis-Rechner an die Server der Krankenkassen.

Auch gefällt es mir nicht, dass der Hausärzteverband große Gemeinschaftspraxen (=Ärztezentren)fördern möchte. Diese Großpraxen treten dann mit enormen Wettbewerbsvorteilen gegen die dezentralen Landpraxen auf; wir "Tante-Emma-Läden" am Land - und da habe ich meine Praxis - verschwinden. Und da ist es mir völlig egal, wer diese Großpraxen bzw. Gesundheitszentren führt: ein Kollegium von Ärzten oder eine amerikanische Aktiengesellschaft: Der Effekt für meine Praxis und für meine Patienten, die weitab der Stadt wohnen ist derselbe!!

Aber auch hier findet keinerlei offene Diskussion unter den Mitgliedern des Hausärzteverbandes statt!

Und in der Liste der niederbayerischen Delegierten des Hausärzteverbandes findet man Namen, die vor 15 Jahren eifrige Prüfärzte der KV waren und bekanntermaßen eigene Kolleginnen und Kollegen gnadenlos in die Pfanne gehauen haben! Und seit der KV-Vorstandswahl haben die nun teilweise sogar schon wieder ihre Pöstchen in der KV!! Einen Kommentar dazu erspare ich mir nun lieber!
Auch wenn ich Ihren Ärger wirklich verstehe, halte ich den Austritt aus dem BHÄV für eine - Entschuldigung, sie wissen, dass ich sie sehr schätze - destruktive Kurzschlussreaktion, die uns Hausärzte in Bayern schwächt und nichts bringt (mit Ausnahme des ersparten Mitgliedsbeitrags).
Mit diesem Vorwurf muß ich leben. Vielleicht helfen ja einige destruktive Kurzschlußhandlungen dabei, dass der Hausärzteverband wieder eine offene und ehrliche Politik mit Einbindung aller Mitglieder macht.

Viele Grüße aus Reisbach
A. Geigenberger

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Anhang:
(mit 35% beteiligte Ärzte wollte man also diese Aktion durchziehen! Also "Augen -zu-und-durch"! Der "60%-Schwindel" flog natürlich auf und die Ausstiegsangst wurde dadurch natürlich noch größer!)


Berechnung des 'wirklichen' Quorums:

05(!!).12.2010 08:34:23
Quorum von 60% - Berechnung?

Die Berechnung des Quorums für den geplanten Ausstieg ist mir weiterhin unklar. Da diese Zahlen aber schließlich ganz erheblich über die Bereitschaft der bayerischen Hausärzte entscheiden, ob sie aussteigen wollen oder nicht, möchte ich gerne die von mir recherchierten Zahlen hier nochmal zusammenfassen.
Unter der Homepage der kassenärztlichen Vereinigung Bayerns
http://www.kvb.de
finde ich folgende Daten:
Hausärzte: 10880 (darin allerdings Kinderärzte eingeschlossen)
davon:
// Gesamt // in München // in Nürnberg
Allg.Med. // 6410 // 605 // 289
Innere Med // 1792 // 85 // 85
Ärzte // 219 // 5 // 5
Prakt. Ärzte // 1486 // 217 // 68
Summe: // 9907 // 912 // 447
Kinderärzte // 991
Summe: 10898
Es gibt in ganz Bayern ( !!! also München und Nürnberg eingeschlossen !!!)
hausärztlich tätige
Diabetologen: 69
Allergologen: 144
Psychologen: 394
Schmerztherapeuten: 12
Summe: 619
Bei großzügiger Rechnung (also auch ausschließlich der fachbezogen tätigen Hausärzte – und diese arbeiten, wie in unserer Gegend, noch sehr wohl als 'Basisversorger und Hausärzte!!!) ergeben sich folgende Zahlen:
9907 – 912 – 447 – 619 = 7929 (in irgendeiner Weise werden dann auch noch nur die im HZV organisierten Ärzte mit einberechnet – wie und warum bleibt mir ein Rätsel vielleicht weiß das ja jemand hier)
Die Ausstiegsgrenze liegt laut Veröffentlichungen in der Ärzte-Zeitung bei 3813 Ärzten. Zunächst ergibt das nun einmal
eine Quote von 3813 / 10880 = 35,04%

Re: Bayer. Hausärzteverband: nun ganz den Verstand verloren?

Verfasst: Samstag 2. April 2011, 22:40
von drroeb
Herr Geigenberger, Sie haben Recht. Warum ein guter Hausarztvertrag sehenden Auges an die Wand gefahren wurde, ist mir heute noch ein Rätsel.
Respekt vor Hoppenthaler, aber warum hat ist man ohne Befragung der basis großmäulig an die Öffentlichkeit gegegangen?

Sonderkündigungrecht HzV: eiskalt ignoriert!

Verfasst: Sonntag 3. April 2011, 14:09
von Geigenberger
Hallo,

offenbar stecken massive Interessen dahinter, uns Hausärzten das Sonderkündigungsrecht der HzV-Verträge zu verweigern.
Auf meine Kündigung vom 30.3. erhielt ich mit Datum vom 1.4.11 folgendes Antwortschreiben:

<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<
Sehr geehrter Herr Dr. Geigenberger,

wir bestätigen den Eingang Ihres Schreibens vom 30.3.2011 mit dem Sie uns mitteilen, dass Sie folgenden HzV-Verträge kündigen möchten:

* BKK Bayern

Wir vermerken die Beendigung Ihrer Teilnahme an den Vorbezeichneten HZV-Verträgen vertragsgemäß zu 30.6.2011.
Für Rückfragen .......

<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

Offenbar wollen diese Leute meine Kündigung nicht verstehen:

War nicht der Ablauf folgendermaßen?

* Die Krankenkassen (!!) haben die meisten HzV-Verträge gekündigt!
* Die Gerichte haben die Rechtmäßigkeit dieser Kündigung eindeutig festgestellt.
* Daraufhin habe ich alle TurboMed HzV-Module gekündigt, ich kann also gar nicht mehr über HzV abrechnen!!
* Mittlerweile gibt es einen Interimsvertrag zwischen Krankenkassen und Bayerischen Hausärzteverband, dessen Inhalt offiziell immer noch nicht (3.4.11 13:43 Uhr) bekannt gegeben worden ist.
* Ich habe von dem Interimsvertrag durch das Fax des bayerischen Hausärzteverbandes vom 29.3.2011 Kenntnis erlangt und vorsorglich nochmal selber gekündigt, bzw von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht, da ja die Vertragsinhalte wahrscheinlich :evil: geändert worden sind (und der Ursprungsvertrag ja eh schon von den Kassen gekündigt ist). Ich möchte schlicht und einfach, dass die fristlose Vertragskündigung vom Dezember 2010 durch die Krankenkassen gilt!! Nicht mehr und nicht weniger! Die Inhalte dieses Interimsvertrages werden vom bayerischen Hausärzteverband bis heute nicht veröffentlicht!! (verheimlicht?)

Da drängt sich natürlich nun immer stärker der Verdacht auf, dass der Bayerische Hausärzteverband in enger Zusammenarbeit mit der KV Bayerns (warum wohl?) die Hausärzte auf Biegen und Brechen in den HzV-Verträgen halten wollen. Möglicherweise geht es um nichts anderes als um die wirtschaftliche Existenz der hausärztlichen Vertragsgemeinschaft.

A. Geigenberger

Re: Bayer. Hausärzteverband: nun ganz den Verstand verloren?

Verfasst: Sonntag 3. April 2011, 20:28
von Johnny
Hallo Herr Geigenberger,

ich hoffe für Sie, die (KV/Hausärzteverband) haben hier nicht alle mitgelesen und nun eine Falle aufgebaut.
Warum wohl? Damit es richtige wehtut (erzieherische Maßnahme? Sparmaßnahme?). Im Extremfall verlieren Sie nämlich ein ganzes Quartal an Einnahmen der BKK Bayern.

Ich wünsche Ihnen, daß dieses Dilemma für Sie gut ausgeht.
Gruß aus Kiel

Johnny

Hausärzteverband _ Interimsvereinbarung _ offener Brief

Verfasst: Dienstag 5. April 2011, 06:02
von Geigenberger
.
.
An den
Bayerischen Hausärzteverband

Orleanstraße 6
81669 München

kundenservice@hausaerzteverband.de
vertraege@bhaev.de

Sehr geehrter Herr Dr. Geis,
Sehr geehrter Herr Dr. Quitterer,
Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrem Rundfax Aktuelles Infofax "Abrechnung Quartal 1" vom 29.03.2011 haben Sie uns Hausärzte darüber informiert, dass Sie mit den Kassen eine Interimsvereinbarung abgeschlossen haben.

Sie schrieben in diesem Fax: "Über weitere Einzelheiten der Fortführung der HzV-Verträge mit den LKK und die Interimsvereinbarung mit den BKK informieren wir Sie noch gesondert. "

Bis zum aktuellen Zeitpunkt (Stand 5.4.2011 6:00 Uhr) sind wir Hausärzte in Bayern über diese "weiteren Einzelheiten" immer noch nicht genauer informiert worden, weder durch ein erneutes Rundfax noch über Informationen über Ihre Homepage.

Dabei sollen wir bis zum 10.4. unsere Abrechnung fertig gemacht haben und mir stellt sich die Sachlage so dar, dass wir Hausärzte mit dem Verzicht der Abrechnung der LKK und BKK Patienten über die KV diesen Interimsvertrag automatisch akzeptieren, obwohl Sie uns über den genauen Inhalt dieses Vertrages noch keinerlei Informationen gegeben haben. Außerdem informieren Sie uns nicht über die Modalitäten des bestehenden Sonderkündigungsrechts der geänderten HzV-Verträge, deren Inhalt wir ja – wie gesagt – überhaupt noch nicht kennen.

Am 20.12.2010 stand in der Ärzt Zeitung (Seite 8, Zitat)

"Die Abrechnung aller hausärztlichen Leistungen läuft ab Januar wieder über die KV. "

Bitte informieren Sie alle Ihre Mitglieder und mich umgehend über die aktuelle Rechtslage sowohl hinsichtlich des geänderten HzV-Vertrages (Interimsvereinbarung) als auch hinsichtlich unseres Sonderkündigungsrechtes bei veränderten Vertragsbedingungen , da die Zeit bis zum 10.4. sehr drängt.

Der schlechte Informationsfluss stellt uns Hausärzte vor eine äußerst schwierige Situation!

Mit freundlichen Grüßen


Dr. Alfons Geigenberger

(Dieses Schreiben ist als "offener Brief"' von mir der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden)

Wichtige Fragen an den Hausärzteverband immer noch offen

Verfasst: Dienstag 5. April 2011, 21:49
von Geigenberger
.
Reisbach, den 5.4.2011 22:00 Uhr

An den
Bayerischen Hausärzteverband
Orleanstraße 6
81669 München

kundenservice@hausaerzteverband.de
vertraege@bhaev.de

Sehr geehrter Herr Dr. Geis,
Sehr geehrter Herr Dr. Quitterer,
Sehr geehrte Damen und Herren,

der heutige Tag ist verstrichen, neue Informationen haben Sie uns Hausärzten in Bayern leider immer noch nicht zukommen lassen und auf Ihrer Homepage ist seit dem 29.3.2011 weiterhin keine Veränderung feststellbar (Stand 5.4.2011 22:00 Uhr)

Dabei rückt der Abrechnungstermin (10.4.) immer näher! Ich kann mir auch wirklich nicht vorstellen, dass es Ihre kalkulierte Strategie sein kann, all die bereits genannten offenen Fragen bis zum 11.4. bewußt offen zu lassen, damit wir Hausärzte in Bayern Ihre leider immer noch geheim gehaltene Interimsvereinbarung dadurch stillschweigend akzeptieren, dass wir über die hausärztliche Vertragsgemeinschaft abrechnen und unser Sonderkündigungsrecht nicht nutzen, weil wir keine anderen Informationen bekommen als Ihr Fax vom 29.3.11, in dem Sie uns ja versprechen, uns bald über weitere Einzelheiten dieser Sondervereinbarung zu informieren. Sogar einer Ihrer Delegierten aus unserer Gegend hat sich heute mit mehreren Vorständen des Hausärzteverbandes per e-mail in Verbindung gesetzt in der Hoffnung, weitere Informationen zu erhalten, leider vergeblich!

Mich haben heute ebenfalls einige Kollegen angerufen, die genauso wie ich 'in der Luft hängen' und bei denen auch viele Fragen offen sind. Besonders interessant war dabei die Frage: "Die rechtliche Abrechnungsgrundlage für die Abrechnung über die hausärztliche Vertragsgemeinschaft ist die quartalsweise Mitgliedermeldung der Kassen an uns Ärzte. Diese aktuelle Mitgliedermeldung wurde uns aber von den Kassen verweigert! Wie sollen wir also abrechnen? Welche Patienten sind überhaupt noch in der hausarztzentrierten Versorgung? Welche schon wieder von den Kassen stillschweigend ausgeschrieben?"

Aber auch meine alten Fragen sind noch offen:

Was steht in der Interimsvereinbarung, auf deren Grundlage wir nun abrechnen sollen, die wir aber nicht kennen?

Wie lauten die Einzelheiten in Bezug auf das Sonderkündigungsrecht, das Vertragspartner bei jeder Vertragsänderung ja haben? (Sonderkündigungsrecht: Eigentlich der falsche Ausdruck: Die Verträge sind ja bereits von den Kassen gekündigt, oder?)

Stimmen die Gerüchte, dass in der neuen Vereinbarung das maximale Honorar pro Patient mit 70,- Euro, die man sowieso so gut wie nie erreichen kann, gedeckelt ist?

Stimmt es, dass ALLE kontaktunabhängigen Pauschalen wegfallen sollen? (!!!!!!!)

Stimmt es, dass diese Sondergereinbarung am 31.3.2011 bereits unterzeichnet worden ist?

Ich bitte Sie nochmal sehr, uns diese Fragen, die sehr vielen Kolleginnen und Kollegen in Bayern auf den Nägeln brennen, morgen zu beantworten!!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Geigenberger, Reisbach

(Dieses Schreiben ist als "offener Brief"' von mir der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden)

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Anhang: Mein Brief an Sie von heute morgen:

Reisbach, den 5.4.2011 (06:00 Uhr)

An den
Bayerischen Hausärzteverband

Orleanstraße 6
81669 München

kundenservice@hausaerzteverband.de
vertraege@bhaev.de


Sehr geehrter Herr Dr. Geis,
Sehr geehrter Herr Dr. Quitterer,
Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrem Rundfax Aktuelles Infofax "Abrechnung Quartal 1" vom 29.03.2011 haben Sie uns Hausärzte darüber informiert, dass Sie mit den Kassen eine Interimsvereinbarung abgeschlossen haben.

Sie schrieben in diesem Fax: "Über weitere Einzelheiten der Fortführung der HzV-Verträge mit den LKK und die Interimsvereinbarung mit den BKK informieren wir Sie noch gesondert. "

Bis zum aktuellen Zeitpunkt (Stand 5.4.2011 6:00 Uhr) sind wir Hausärzte in Bayern über diese "weiteren Einzelheiten" immer noch nicht genauer informiert worden, weder durch ein erneutes Rundfax noch über Informationen über Ihre Homepage.

Dabei sollen wir bis zum 10.4. unsere Abrechnung fertig gemacht haben und mir stellt sich die Sachlage so dar, dass wir Hausärzte mit dem Verzicht der Abrechnung der LKK und BKK Patienten über die KV diesen Interimsvertrag automatisch akzeptieren, obwohl Sie uns über den genauen Inhalt dieses Vertrages noch keinerlei Informationen gegeben haben. Außerdem informieren Sie uns nicht über die Modalitäten des bestehenden Sonderkündigungsrechts der geänderten HzV-Verträge, deren Inhalt wir ja – wie gesagt – überhaupt noch nicht kennen.

Am 20.12.2010 stand in der Ärzt Zeitung (Seite 8, Zitat)
"Die Abrechnung aller hausärztlichen Leistungen läuft ab Januar wieder über die KV. "

Bitte informieren Sie alle Ihre Mitglieder und mich umgehend über die aktuelle Rechtslage sowohl hinsichtlich des geänderten HzV-Vertrages (Interimsvereinbarung) als auch hinsichtlich unseres Sonderkündigungsrechtes bei veränderten Vertragsbedingungen , da die Zeit bis zum 10.4. sehr drängt.

Der schlechte Informationsfluß stellt uns Hausärzte vor eine äußerst schwierige Situation!

Mit freundlichen Grüßen


Dr. Alfons Geigenberger

(Dieses Schreiben ist als "offener Brief"' von mir der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden)

Meine Antwort auf die e-mail von Dr. Dieter Geis

Verfasst: Donnerstag 7. April 2011, 14:37
von Geigenberger
Reisbach, den 7.4.2011 14:30 Uhr

Herrn
Dr. Dieter Geis

Landesvorsitzender des
Bayerischen Hausärzteverbandes

Orleanstraße 6
81669 München

kundenservice@hausaerzteverband.de
vertraege@bhaev.de

Sehr geehrter Herr Dr. Geis,

herzlichen Dank für Ihre gestrige e-mail. Ich weiß natürlich, dass Sie und Ihre ganze Mannschaft viel Arbeit für uns Hausärzte investieren. Ich schätze dies auch mit großer Hochachtung. Aber wer arbeitet kann auch Fehler machen und darüber muss man sprechen dürfen.

Meine offenen Fragen haben Sie aber mir gegenüber kaum und Ihren Mitgliedern gegenüber noch überhaupt nicht beantwortet, obwohl die vielen bestehenden Unklarheiten uns bayerischen Ärzten sehr auf den Nägeln brennen und genaue Antworten auf diese Fragen sehr, sehr wichtig wären. Aber Ihre eiserne Wand des Schweigens hält.

Vereinbarungen zunächst geheim zu halten, bis sie in "trockenen Tüchern" sind, ist ja in Ordnung. Spätestens dann aber, wenn wir Ärzte diese Vereinbarungen in der Realität umzusetzen haben, müssen Sie offen gelegt werden - eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Sie muten uns Mitgliedern zu, Abmachungen zu akzeptieren, die wir überhaupt nicht kennen und geben uns keine Möglichkeit, diese Vereinbarungen - jede Kollegin und jeder Kollege für sich in eigener freier Entscheidung – abzulehnen.

Aber das ist nun alles zu spät!

Sie haben es erreicht, dass die hausärztliche Verrechnungsstelle noch möglichst viele Abrechnungen erhält. Noch immer weiß ich nicht, ob ich meine Abrechnung nun wieder vollständig auch an die KV schicken kann, wie Herr Dr. Quitterer es sagte, oder ob sie entsprechend der HzV-Regularien gemacht werden muss, wie es in Ihrem Fax steht.

Jedenfalls habe ich mich intensiv um eine Klärung dieser Fragen bemüht, auch im Interesse vieler Kolleginnen und Kollegen in Bayern.
Es ist mir nicht gelungen. Schade!

Mit freundlichen Grüßen


Dr. Geigenberger

<<<<<< Bisherige Schriftverkehr <<<<<<<<

Reisbach, den 5.4.2011 22:00 Uhr

An den
Bayerischen Hausärzteverband

Orleanstraße 6

81669 München

kundenservice@hausaerzteverband.de
vertraege@bhaev.de

Sehr geehrter Herr Dr. Geis,
Sehr geehrter Herr Dr. Quitterer,
Sehr geehrte Damen und Herren,

der heutige Tag ist verstrichen, neue Informationen haben Sie uns Hausärzten in Bayern leider immer noch nicht zukommen lassen und auf Ihrer Homepage ist seit dem 29.3.2011 weiterhin keine Veränderung feststellbar (Stand 5.4.2011 21:30 Uhr)

Dabei rückt der Abrechnungstermin (10.4.) immer näher! Ich kann mir auch wirklich nicht vorstellen, dass es Ihre kalkulierte Strategie sein kann, all die bereits genannten offenen Fragen bis zum 11.4. bewußt offen zu lassen, damit wir Hausärzte in Bayern Ihre leider immer noch geheim gehaltene Interimsvereinbarung dadurch stillschweigend akzeptieren, dass wir über die hausärztliche Vertragsgemeinschaft abrechnen und unser Sonderkündigungsrecht nicht nutzen, weil wir keine anderen Informationen bekommen als Ihr Fax vom 29.3.11, in dem Sie uns ja versprechen, uns bald über weitere Einzelheiten dieser Sondervereinbarung zu informieren. Sogar einer Ihrer Delegierten aus unserer Gegend hat sich heute mit mehreren Vorständen des Hausärzteverbandes per e-mail in Verbindung gesetzt in der Hoffnung, weitere Informationen zu erhalten, leider vergeblich!

Mich haben heute ebenfalls einige Kollegen angerufen, die genauso wie ich 'in der Luft hängen' und bei denen auch viele Fragen offen sind. Besonders interessant war dabei die Frage: "Die rechtliche Abrechnungsgrundlage für die Abrechnung über die hausärztliche Vertragsgemeinschaft ist die quartalsweise Mitgliedermeldung der Kassen an uns Ärzte. Diese aktuelle Mitgliedermeldung wurde uns aber von den Kassen verweigert! Wie sollen wir also abrechnen? Welche Patienten sind überhaupt noch in der hausarztzentrierten Versorgung? Welche schon wieder von den Kassen stillschweigend ausgeschrieben?"

Aber auch meine alten Fragen sind noch offen:

Was steht in der Interimsvereinbarung, auf deren Grundlage wir nun abrechnen sollen, die wir aber nicht kennen?

Wie lauten die Einzelheiten in Bezug auf das Sonderkündigungsrecht, das Vertragspartner bei jeder Vertragsänderung ja haben? (Sonderkündigungsrecht: Eigentlich der falsche Ausdruck: Die Verträge sind ja bereits von den Kassen gekündigt, oder?)

Stimmen die Gerüchte, dass in der neuen Vereinbarung das maximale Honorar pro Patient mit 70,- Euro, die man sowieso so gut wie nie erreichen kann, gedeckelt ist?

Stimmt es, dass ALLE kontaktunabhängigen Pauschalen wegfallen sollen? (!!!!!!!)

Stimmt es, dass diese Verinbarung am 31.3.2011 bereits unterzeichnet worden ist?

Ich bitte Sie nochmal sehr, uns diese Fragen, die sehr vielen Kolleginnen und Kollegen in Bayern auf den Nägeln brennen, morgen zu beantworten!!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Geigenberger, Reisbach

(Dieses Schreiben ist als "offener Brief"' von mir der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden)

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Anhang: Mein Brief an Sie von heute morgen:

Reisbach, den 5.4.2011 (06:00 Uhr)

An den
Bayerischen Hausärzteverband

Orleanstraße 6
81669 München

kundenservice@hausaerzteverband.de
vertraege@bhaev.de

Sehr geehrter Herr Dr. Geis,
Sehr geehrter Herr Dr. Quitterer,
Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrem Rundfax Aktuelles Infofax "Abrechnung Quartal 1" vom 29.03.2011 haben Sie uns Hausärzte darüber informiert, dass Sie mit den Kassen eine Interimsvereinbarung abgeschlossen haben.

Sie schrieben in diesem Fax: "Über weitere Einzelheiten der Fortführung der HzV-Verträge mit den LKK und die Interimsvereinbarung mit den BKK informieren wir Sie noch gesondert. "

Bis zum aktuellen Zeitpunkt (Stand 5.4.2011 6:00 Uhr) sind wir Hausärzte in Bayern über diese "weiteren Einzelheiten" immer noch nicht genauer informiert worden, weder durch ein erneutes Rundfax noch über Informationen über Ihre Homepage.

Dabei sollen wir bis zum 10.4. unsere Abrechnung fertig gemacht haben und mir stellt sich die Sachlage so dar, dass wir Hausärzte mit dem Verzicht der Abrechnung der LKK und BKK Patienten über die KV diesen Interimsvertrag automatisch akzeptieren, obwohl Sie uns über den genauen Inhalt dieses Vertrages noch keinerlei Informationen gegeben haben. Außerdem informieren Sie uns nicht über die Modalitäten des bestehenden Sonderkündigungsrechts der geänderten HzV-Verträge, deren Inhalt wir ja – wie gesagt – überhaupt noch nicht kennen.

Am 20.12.2010 stand in der Ärzt Zeitung (Seite 8, Zitat)

"Die Abrechnung aller hausärztlichen Leistungen läuft ab Januar wieder über die KV. "

Bitte informieren Sie alle Ihre Mitglieder und mich umgehend über die aktuelle Rechtslage sowohl hinsichtlich des geänderten HzV-Vertrages (Interimsvereinbarung) als auch hinsichtlich unseres Sonderkündigungsrechtes bei veränderten Vertragsbedingungen , da die Zeit bis zum 10.4. sehr drängt.

Der schlechte Informationsfluß stellt uns Hausärzte vor eine äußerst schwierige Situation!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Alfons Geigenberger

(Dieses Schreiben ist als "offener Brief"' von mir der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden)