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'Optimierte Abrechnung'

Verfasst: Dienstag 12. Oktober 2010, 06:59
von Geigenberger
Einen 'Verbresserungsvorschlag' hätte ich da:

TurboMed sollte bei jedem Patienten überprüfen können, ob die bei diesem Patienten optimal erreichbare Abrechnung erfolgt ist.
Ich könnte mir das folgendermaßen vorstellen:

Wenn man bei einem Patienten von TurboMed überprüft haben möchte, ob die Abrechnung 'vollständig' ist, gibt man in das Eingabefeld (Suchfeld) in der Patientenmaske z.B. dreimal das Kreuz ein: also "###"

Dann öffnet sich ein vom Anwender editierbares Auswahlfenster (wie bei den Textkürzel) in dem der Anwender anwählen kann, welche Ziffernkombination von TurboMed überprüft werden soll. z.B. die 03111 und die 03212; oder die 0000 und die BBP, oder die 03111 und die 03212 und eine 'Psycho-Ziffer' usw.

Wenn diese Funktion bei einem Patienten aktiviert ist, dann erscheint z.B. der Background des Patienten-Familiennamen in Gelb und wenn bei der Abrechnung die gewählte Ziffernkombination beim Patienten vollständig eingegeben ist, dann erscheint der Patienten-Familienname-Hintergrund grün.

Natürlich sollte man in einer Suchfunktion die Patienten finden können, bei denen die Abrechnung 'noch nicht vollständig' ist.

Viele Grüße
A. Geigenberger

Re: 'Optimierte Abrechnung'

Verfasst: Dienstag 12. Oktober 2010, 19:46
von Johnny
Hallo Herr Geigenberger,

so eine Abrechnungsoptimierung hätte ich auch gern (wer nicht?).
Programmtechnisch ist dies sicher machbar.

Aber: so was sieht die KV bestimmt nicht gerne!

Ich glaube da gibt es sogar irgendwo einen Pasus für die Softwarehersteller, in dem steht, daß so etwas verboten ist.

Nur die KV darf ihrerseits solche Methoden bei der Prüfung anwenden. So wird mit ungleichen Mitteln um das beste Ergebnis (für wen?) gekämpft.


MIt besten Grüssen
aus Kiel

Johnny

Re: 'Optimierte Abrechnung'

Verfasst: Mittwoch 13. Oktober 2010, 09:01
von Geigenberger
Hallo,

mit dieser Funktion würde man ja nur daran erinnert werden, dass man etwas vergessen hat. Man wird ja nicht aufgefordert, Ziffern abzurechnen für Leistungen, die man nicht erbracht hat.
Ich sehe da kein Problem.

A. Geigenberger

P.S.:
Mit unseren Gebührenordnungen ist es sowieso so eine Sache. Als niedergelassener Arzt verfolge ich dies mittlerweile seit über 20 Jahren.
Jede Gebührenordnung hat eine bestimmte 'Halbwertszeit', die im wesentlichen davon bestimmt wird, wie wir Ärzte mit dieser Gebührenordnung umgehen.
Zunächst tastet man sich an nicht so genau definierte (weil nicht so genau definierbare!) Leistungsziffern vorsichtig und noch unsicher heran. Die 'geschickten' Kollegen sind im Vorteil, leider auch die kriminellen. Dann erscheinen die ersten Abrechnungen mit den Durchschnittswerten der Fachgruppe (werden ja jetzt - glaube ich - wohlweislich nicht mehr so klar in der Abrechnung veröffentlicht) und man stellt fest, dass man im Vergleich zu der Fachgruppe wohl 'Interpretationsfehler' gemacht hat. Dies zieht sich einige Jahre so hin, bis auch der Bravste resigniert und die Kategorien seiner Interpretationsspielräume 'anpasst', um nicht durch den mittlerweile massiven Punktwertverlust 'an die Wand gedrückt' zu werden. Dann kommt eine Gebührenordnungsreform.

Genau dieses Spielchen läuft derzeit mit der Gebührenordnung der bayerischen HzV-Verträge. Bei der Ziffer BBP (besondere Bereitschaftspauschale) und der Ziffer DB (dringender Besuch) ist die Inflation der Ziffern jetzt bereits da. Die Ziffer BBP wurde deshalb bereits bei 50% Abrechnungshäufigkeit gedeckelt (dann könnte man sie ja gleich in die Pauschale einberechnen!!!!!) und einige Kollegen erklären sogar öffentlich, dass sie sich für eine Besuchsbestellung grundsätzlich anrufen lassen, um einen dringenden Besuch abrechnen zu können; man hat ja den ganzen Tag Zeit, diesen 'dringenden' Besuch zu machen!! (Was haben sich die Konstrukteure dieser Gebührenordnung nur dabei gedacht!!!!) Auch hier ist eine galoppierende Inflation bereits unverkennbar und der Hausärzteverband hat kürzlich erst in einem Rundschreiben ein Abrechnungsbeispiel dieses Abrechnungs-Verhaltens veröffentlicht.

Mit dieser Handlungsweise haben wir noch jede Gebührenordnung an die Wand gefahren - und jammern dann über den Punktwerteverfall.
Was die Gebührenordnung der Hausarztverträge angeht, ist eine noch viel weitergehende Pauschalierung erforderlich, damit nicht die verantwortungsbewußten Kollegen das Nachsehen haben!

Re: 'Optimierte Abrechnung'

Verfasst: Dienstag 16. November 2010, 08:48
von danspie
Lieber Herr Geigenberger,
Ihrer Darstellung ist nichts mehr hinzuzufügen. Diese Argumente sollten sich auch einmal die Kollegen zu Gemüte führen, die immer noch eine Einzelabrechnung fordern!
A. Spiegl