Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

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Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

Beitragvon elvito » Dienstag 30. September 2014, 07:46

Hallo zusammen,

ich überarbeite gerade unsere Backupstrategie. Wenn es denn alles so läuft, wie geplant haben wir demnächst ein tgl Backup an zwei getrennten Standorten mit Versionierung (ähnlich Timemachine bei Apple) :) Bei Interesse werde ich hier ein Tutorial posten wie man das machen kann und was man dafür braucht.

Ich benötige als letzten Baustein unseres Backups noch ein Tool, mit dem man inkrementell den Turbomedordner "scheduled" 1x nach Feierabend auf unser SynologyNAS wegsichert. Das Boardmittel "robocopy.exe" unter Windows sollte dafür ausreichend sein, nur leider muss man um inkonsistente Daten zu verhindern die TM Datenbank vor dem Wegsichern anhalten. Ich habe nun diese Erweiterung für robocopy gefunden --> http://robomirror.sourceforge.net/

Es handelt sich dabei um eine nette kostenlose GUI für robocopy, einschließlich Zeitplanung, mit dem entscheidenden Vorteil, daß es eine "volume shadow copy" unterstützt. Hat jemand Erfahrungen mit diesem Programm? Theoretisch müsste man damit die TM Datenbak für das backuppen nicht mehr anhalten und könnte beliebig viele Backups auch im laufenden Betrieb ziehen, ohne eine inkonsistente Datenbank zu riskieren.

vielen Dank für die Antworten im voraus

schönen Gruß
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Re: Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

Beitragvon Meckelein » Dienstag 30. September 2014, 08:22

Da Sie anscheinend unter Windows arbeiten, empfehle ich mal das Wiki http://vondoczudoc-wiki.oblomov.de/doku ... en_betrieb
Mittels TMAdmin hat man die Möglichkeit die DB in einen Backup Modus zu versetzen, denke der Artikel sollte alle Ihre Fragen beantworten :)
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Re: Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

Beitragvon Geigenberger » Dienstag 30. September 2014, 08:36

Hallo,

oder da: viewtopic.php?f=11&t=2913

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Re: Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

Beitragvon elvito » Dienstag 30. September 2014, 09:24

Hallo liebe Kollegen,

zunächst danke für die raschen Antworten :) Wir machen aktuell unser Backup nach Feierabend. Dazu wird mittels Script die TM Datenbank angehalten (TMAdmin etc...) und danach wird mit einer Backupsoftware der TM Ordner weggesichert. Einen zweiten Rechner, wie in den erwähnten Tutorials z.T. beschrieben, zu einer Art Parallelserver umzufunktionieren kommt aus diversen Gründen für uns nicht in Frage.

1. Vielleicht ist das nicht so klar aus meinem ersten Post hervorgegangen, aber mit einer "volume shadow copy" braucht man theoretisch die TM Datenbank überhaupt nicht mehr anhalten. Zum Zeitpunkt des Kopierens wird das System im aktuellen Zustand "gelocked", man könnte auch sagen "eingefroren" und auch wenn der Praxisbetrieb während dem Kopiervorgang weiterläuft, wird nur das kopiert was zum entsprechenden Zeitpunkt "gelocked" wurde. Das Gute ist, daß man die Datenbank während des "Einfrierens" trotzdem normal weiterverwenden und auch beschreiben kann (zumindest theoretisch). Wikipedia erklärt das ganz schön --> http://de.wikipedia.org/wiki/Volume_Shadow_Copy_Service

Mein Plan wäre dieses Gefrickel mit TMAdmin komplett ad acta zu legen, da hier potentielle Fehlerquellen liegen. Ich wollte wissen ob das irgendjemand bereits so praktiziert.

2. Ich würde gerne ein "versioniertes" Backup haben. Mit den von Ihnen beschriebenen Methoden werden ja immer die alten Backups überschrieben, was keinen Schutz vor sogenannten logischen Fehlern bietet. Man könnte zwar die von Ihnen erwähnten Scripte erweitern, um eine "Versionierung" zu erreichen, jedoch bekommt man dann ziemlich bald Platzprobleme auf dem Backupserver. Auch handelt es sich hierbei um keine inkrementelle Sicherung. Mit einer inkrementellen Sicherung wäre das Backup in unter einer Minute erledigt :)

gruß
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Re: Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

Beitragvon elvito » Dienstag 30. September 2014, 09:27

Hallo,

Meckelein hat geschrieben:Da Sie anscheinend unter Windows arbeiten, empfehle ich mal das Wiki http://vondoczudoc-wiki.oblomov.de/doku ... en_betrieb
Mittels TMAdmin hat man die Möglichkeit die DB in einen Backup Modus zu versetzen, denke der Artikel sollte alle Ihre Fragen beantworten :)


mit welchem OS haben Sie TM laufen? Wir haben auch zwischenzeitlich überlegt auf Linux mit btrfs umzusteigen, da hier auch ein "locking" des Filesystems möglich ist. Leider ist btrfs noch beta und kommt deswegen für ein Produktivsystem noch nicht in Frage.

schönen Gruß
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Re: Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

Beitragvon Geigenberger » Dienstag 30. September 2014, 09:38

Hallo Elvito,

elvito hat geschrieben:...1. Vielleicht ist das nicht so klar aus meinem ersten Post hervorgegangen, aber mit einer "volume shadow copy" braucht man theoretisch die TM Datenbank überhaupt nicht mehr anhalten. Zum Zeitpunkt des Kopierens wird das System im aktuellen Zustand "gelocked", man könnte auch sagen "eingefroren" und auch wenn der Praxisbetrieb während dem Kopiervorgang weiterläuft, wird nur das kopiert was zum entsprechenden Zeitpunkt "gelocked" wurde. Das Gute ist, daß man die Datenbank während des "Einfrierens" trotzdem normal weiterverwenden und auch beschreiben kann (zumindest theoretisch). Wikipedia erklärt das ganz schön --> http://de.wikipedia.org/wiki/Volume_Shadow_Copy_Service

...aber genau das macht ja TMAdmin ( ...\TMAdmin /beginBackup /server=xy ) doch auch!!?? Sie können problemlos während des Sicherungsvorgangs weiter arbeiten!

elvito hat geschrieben:2. Ich würde gerne ein "versioniertes" Backup haben. Mit den von Ihnen beschriebenen Methoden werden ja immer die alten Backups überschrieben, was keinen Schutz vor sogenannten logischen Fehlern bietet. Man könnte zwar die von Ihnen erwähnten Scripte erweitern,...

... erweitern muss man damit viewtopic.php?f=11&t=2913 nicht: Die Kopien werden automatisch 3 Wochen lang "aufbewahrt". Es sind keine inkrementellen Sicherungen.

Viele Grüße
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Re: Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

Beitragvon elvito » Dienstag 30. September 2014, 10:32

Hallo Herr Geigenberger,

danke nochmal für das Forum nebenbei :)

Geigenberger hat geschrieben:...aber genau das macht ja TMAdmin ( ...\TMAdmin /beginBackup /server=xy ) doch auch!!?? Sie können problemlos während des Sicherungsvorgangs weiter arbeiten!


Es wird zwar geschrieben, daß dies funktionieren soll, jedoch kommt bei uns, nach Stop der DB mittels TMAdmin, die Meldung, daß die Datenbank momentan angehalten ist und man nicht darauf zugreifen kann... Ich habe mich noch nicht so intensiv damit beschäftigt, da mir die Lösung mit TMAdmin irgendwie "unsympathisch" ist. Ich werde das nochmal testen, jedoch erscheint mir die Lösung mit Windows Boardmitteln einfacher (Geschmackssache).

Geigenberger hat geschrieben:
elvito hat geschrieben:2. Ich würde gerne ein "versioniertes" Backup haben. Mit den von Ihnen beschriebenen Methoden werden ja immer die alten Backups überschrieben, was keinen Schutz vor sogenannten logischen Fehlern bietet. Man könnte zwar die von Ihnen erwähnten Scripte erweitern,...

... erweitern muss man damit http://www.vondoczudoc.de/viewtopic.php?f=11&t=2913 nicht: Die Kopien werden automatisch 3 Wochen lang "aufbewahrt". Es sind keine inkrementellen Sicherungen.


Sie haben damit leider nur die Möglichkeit 3 Wochen in die Vergangenheit zu gehen. 3x5 Werktage sind 15 Backups. Unser Turbomedordner ist ca. 30GB groß, d.h. 15x30GB= 450GB. Damit müsste man, wenn man z.B. SSDs verwendet, die 500GB SSDs hernehmen (Preisfrage). Da die Backups ja potentiell noch wachsen, ist man schon etwas am Limit. Das Netzwerk wird zusätzlich belastet, wenn man immer 30GB komplett kopieren und birgt allein aufgrund der Größe potentielle Fehlerquellen. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, Ihre Lösung ist durchaus raffiniert und durchdacht aber ich sehe noch Optimierungspotential.

Mit einer inkrementellen Sicherung kann man problemlos ohne erheblichen Netzwerktraffic, z.B. jede Stunde den Arbeitsprogress sichern und mit einer versionierten Sicherung braucht man so gut wie keinen zusätzlichen Speicherplatz mehr und muss so gut wie keine dieser Backupversionen mehr löschen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel warum ich dies als sehr wichtig erachte. Vor ein paar Jahren hat durch eine Unachtsamkeit des Personals und unter Missachtung aller Sicherheitsregel ein Virus Zugang in unser Praxissystem gefunden. Meine Eltern (Ich war damals noch Student und noch nicht in der Praxis) haben damals ähnlich gesichert wie Sie. Die verseuchten Backups wurden in mehreren Versionen mitgezogen und nach ein paar Wochen war das letzte "saubere" Backup gelöscht. Meine Eltern haben damals für die Säuberungsaktion ducrh den TM Partner und ein zusätzlich hinzugezogenes IT Ingenieurbüro, als das Problem irgendwann durch ständige Systemabstürze zu Tage getreten war, ein kleines Vermögen hinblättern müssen.

Versehentlich gelöschte eingescannte Dokumente aus einzelnen Patientenakten gehören damit übrigens ebenfalls der Vergangenheit an. Sowas bemerkt man ja auch z.T. erst erheblich später, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Gruß
elvito
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Re: Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

Beitragvon Geigenberger » Dienstag 30. September 2014, 10:48

elvito hat geschrieben:.... nach Stop der DB mittels TMAdmin, ....

Hallo elvito,

stoppen dürfen Sie natürlich nicht, sondern nur den Backup-Modus(!) beenden!!!
...\TMAdmin /endBackup /server=xy )
dann sollte es funktionieren.

Eine inkrementelle Sicherung der Datenbank ( "PraxisDB" ) wird ziemlich sicher nicht funktionieren, da das Datenbankfile "aus einem Guss" ist und für jedes Backuptool selbst eine winzige Änderung innerhalb dieses EINEN Files immer als Änderung des GESAMTEN Files betrachtet wird.
Ihr Backup-Programm müsste ja sonst die Datei "PraxisDB" "auseinandernehmen", analysieren und dann nur die veränderten Anteile abspeichern und bei Rücksicherungen alles wieder richtig einfügen: Kann mir nicht vorstellen, dass dies funktioniert. Und wenn, dann nur mit "Fast-Object" eigenen Tools.
Wie gesagt: Die "PraxisDB" ist EIN File und kein Ordner, der verschiedene Dateien enthält, die nur zum Teil verändert worden sind. Nur in diesen Fällen macht eine inkrementelle Sicherung Sinn.

Die Ordner, die Ihre sonstigen Dokumente enthalten (z.B. Scans) können Sie natürlich jederzeit leicht inkrementell sichern, auch problemlos im laufenden Betrieb. Aber das entscheidende File "PraxisDB" wird auf jeder Ihrer inkrementellen Sicherungen als "aktualisierte" Version vollständig vorhanden sein.

Viele Grüße
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Re: Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

Beitragvon Meckelein » Dienstag 30. September 2014, 11:49

Die Verwendung einer MS VSS zur versionierten Datensicherung halte ich für eher suboptimal. Die VSS funktioniert so lange es sich um kleinere Dateien im Homedir des jeweiligen Users kümmert und so lange eine gewisse Menge an Speicherplatz auf der Festplatte frei ist. Die VSS überschreibt ungefragt Dateien, wenn der Plattenplatz knapp wird, auch ist der Ordner "SystemVolumeInformations" in dem die VSS Kopien liegen, einer der ersten Angriffspunkte für Viren, eben weil sie wissen, dass dort die VSS Kopien liegen. Ich bin kein grosser Freund der VSS. So lange diese für jemanden funktioniert, kann sie ruhig weiter verwendet werden, aber aus persönlicher Erfahrungen heraus, kann ich diese Art der Datensicherung nicht empfehlen.

Da das jetzige System noch ziemlich neu ist, kann ich noch nicht so viel über die Datensicherung sagen, bislang wurde diese nämlich noch nicht gebraucht, *auf Holz klopf* :)
Momentan arbeite ich mit den Standardkonfigurationen für die Backups. Zum einen läuft der Server (Ubuntu 14.04 LTS auf Intel Xeon E3-1230 mit 8GB EEC-DDR3) auf einem Raid5 mit 5 Festplatten, hierdurch ist die Konsistenz des Systems gewährleistet. Hierzu läuft ein Skript das einmal im Monat den SMART Zustand der Festplatten abfrägt und zur Auswertung durch den Admin per Mail weiter leitet. HIerdurch kann ein Festplattendefekt frühzeitig erkannt werden. Zusätzlich läuft jede Nacht ein Backup des kompletten TM Ordners, momentan ca. 20 GB. Dieses Script komprimiert und verschlüsselt (GPG) die Daten, so dass diese auf zwei externen Festplatten abgelegt werden können. Die Datengrösse des Backup beläuft sich momentan auf nicht mal 7 GB pro Tag. Es werden die täglichen Backups aufbewahrt und zwar für das komplette Quartal. Zusätzlich stehen monatliche Backups der letzten 10 Jahre zur Verfügung. Die Kosten für Speicherplatz auf Festplatten sind einfach sehr viel günstiger als die Rekonstruktion von defekter Hardware durch Spezialfirmen. SSDs verwende ich liebend gerne, aber in den Clients. Momentan verwende ich Intel NUC Mini PCs mit SSD, die sind günstig zu bekommen und haben Leistung satt. Bieten alles was ich von einem Client erwarte und sind easy schnell neu aufgesetzt.

Momentan ist die Backup Strategie noch nicht optimal. Ich persönlich sehe hier noch einiges an Optimierungsbedarf. Als kommenden Schritt werde ich das Backup selber teilen. Daten die sich nicht ändern, wie die gescannten Dokumente sollen ein eigenes inkrementelles Backup bekommen. An den gescannten Dokumenten ändert sich nichts, weil entweder nur Dateien hinzu kommen oder weg fallen, aber in den Dateien ändert sich nichts. Mir schwebt hier eine wöchentliche Komplettsicherung und eine tägliche inkrementelle Sicherung vor. Dies ist auch der Bereich im Backup, an dem am meisten Platz gespart werden kann.
Die praxis.db sollte unter gar keinen Umständen inkrementell gesichert werden. Diese Art der Sicherung darf nur dann auf Datenbanken angewandt werden, wenn man in der Sprache der Datenbank sichert, also z.B. SQL bei einer MySQL Datenbank. Eine Datenbank wie die von Turbomed ist aber zu komplex um hier nur die Änderungen an der Datei zu sichern. Von der praxis.db werde ich auch in Zukunft, nur komplette Sicherungen aufbewahren, täglich.

Die Problematik mit den Viren im Backup ist mir bekannt und wurde auch schon mehrfach durchdacht, nicht nur hier sondern auch in anderen Umgebungen. Hierbei hat sich ein etwas seltsam anmutender Ansatz heraus kristalisiert. Dieses wird auch für jede Umgebung anders realisiert. Grundsätzlich laufen auf jedem Windows Client Virenscanner. Zusätzlich prüft der Linux Server selber bei jedem Zugriff nochmal mit einem Scanner und einer wöchentlichen Prüfung. Da niemals ein 100%iger Schutz zu gewährleisten ist wird man jetzt etwas risikoreich. Die allermeisten Viren, Würmer und Trojaner infizieren ausführbare Dateien oder versuchen über Schwachstellen im System, also z.B. MS Office Dokumente, einzudringen. Mit diesem Wissen und natürlich noch viel viel mehr Erfahrung, kann man jetzt die Backups vor dem zurück spielen auf die gesäuberten Systeme erstmal durchsuchen und entsprechend nur Daten zurück kopieren, die prinzipiell als sicher anzusehen sind. Hierzu zählt u.a. die praxis.db sowie die gescannten Dokumente, diese sind jpg und tif und diese Dateitypen können erstmal als sicher angesehen werden. Natürlich ist es in der Praxis nicht ganz so einfach, wie es sich hier erstmal darstellt. Aber die meiste Arbeit bei einem Virenbefall ist meist das Neueinrichten der einzelnen Arbeitsplätze und nicht die Entseuchung der Backups.
Es gibt für diesen Punkt noch eine Ausnahme und zwar die aktuell immer häufiger auftretenden "Erspressungs-Trojaner" die die Daten verschlüsseln und dann Geld erpressen zum entschlüsseln. Diese infizieren nicht die ausführbaren Dateien sondern legen sofort los, löschen u.a. die VSS Kopien und überschreiben die Festplatten. Während dessen schaut das System erstmal relativ normal aus für den User, die grosse Überraschung kommt häufig erst nach einem Neustart, also am nächsten Tag. Hier nützt nur ein konsequentes tägliches Backup, sofern die Datenmengen dies zu lassen. Mir ist leider ein Fall bekannt in dem es um ca. 20 TeraByte an Daten ging, da stossen auch die besten Backup Szenarien an ihre Grenzen.

So, jetzt hab ich mal wieder meine komplette Mittagspause hier geschrieben. Hoffe es ist verständlich und merkt was gemeint ist. Eins noch, meine Überlegungen sind natürlich auch nicht der Weisheit letzter Schluss und gerade das Thema Datensicherung ist ein sehr schwieriges. Es kommt immer auf das jeweile System vor Ort an, was am besten geeignet ist und ich freue mich immer über Verbesserungsvorschläge zu der von mir gewählten Taktik :)
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Re: Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

Beitragvon elvito » Dienstag 30. September 2014, 12:01

Geigenberger hat geschrieben:stoppen dürfen Sie natürlich nicht, sondern nur den Backup-Modus(!) beenden!!!
...\TMAdmin /endBackup /server=xy )
dann sollte es funktionieren.


Ich hatte mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Wir bringen die DB mittels Script

Code: Alles auswählen
TMAdmin.exe /BeginBackup \server=mainsrv01


in den Backupmodus. Bei Zugriff von einem Client während dem Backupmodus kommt eine Warnmeldung (wortlaut weiß ich gerade nicht), daß die DB angehalten wurde und nicht benutzt werden sollte. Ich bin davon ausgegangen, dass während dessen keine weiteres Arbeiten möglich ist. Den Backupmodus beenden wir mit dem entsprechenden TMAdmin Befehl wieder, danach ist die Fehlermdlung beim Zugriff eines Clients wieder verschwunden. Laut unseres letzten TM Partners ist kein Arbeiten während dieser Phase möglich. Ich höre heute zum ersten Mal das dies anscheinend nicht so ist.

Geigenberger hat geschrieben:Eine inkrementelle Sicherung der Datenbank ( "PraxisDB" ) wird ziemlich sicher nicht funktionieren, da das Datenbankfile "aus einem Guss" ist und für jedes Backuptool selbst eine winzige Änderung innerhalb dieses EINEN Files immer als Änderung des GESAMTEN Files betrachtet wird.
Ihr Backup-Programm müsste ja sonst die Datei "PraxisDB" "auseinandernehmen", analysieren und dann nur die veränderten Anteile abspeichern und bei Rücksicherungen alles wieder richtig einfügen: Kann mir nicht vorstellen, dass dies funktioniert. Und wenn, dann nur mit "Fast-Object" eigenen Tools.
Wie gesagt: Die "PraxisDB" ist EIN File und kein Ordner, der verschiedene Dateien enthält, die nur zum Teil verändert worden sind. Nur in diesen Fällen macht eine inkrementelle Sicherung Sinn.


Das ist mir klar. Ich hatte auch nicht vor die DB an sich inkrementell zu sichern. Dies ist, wie Sie vollkommen richtig geschrieben haben, nicht möglich.

Die DB ist bei uns insgesamt ca. 3GB groß. Die DB besteht glaube ich sogar aus 2 Files (objects.dat und objects.idx). Da sich eigentlich nur hier Relevantes ändert muss man auch nur diese zwei Dateien sichern (die restlichen Änderungen fallen kaum ins Gewicht) und nicht jedesmal die kompletten 30GB. Das sind immerhin nur 10% von der Gesamtgröße des TM Ordners und sollte bei einer Übertragungsrate im Gbitbereich (ca. 90mb/s) ungefähr 30 Sekunden dauern. Rein rechnerisch würden 30GB also ca. 5Minuten zum Sichern brauchen, was aber de facto nie der Fall ist, da der gesamte TM Ordner mehr als 85.000 einzelne Files beherbergt und man so nie auf die vollen 90mb/s kommt. Ich denke man kann hier locker 10min einkalkulieren.

Und hier kommt der entscheidende Vorteil meines Lösungsansatzes: Bei Ihrer Variante müssen Sie also einen Zeitraum mittels Script (TMAdmin BeginBackup und TMAdmin EndBackup) definieren in dem Sie das Kopieren der Dateien durchführen. Wenn aus irgendeinem Grund der Kopiervorgang (und zwar hier explizit der DB Files) noch nicht abgeschlossen ist, ist das so gewonnene Backup eventuell wertlos. Wenn man den Zeitraum entsprechend lange wählt, hat man immer die (wenn auch kleine) Gefahr, das z.B. bei Stromausfall die neu hinzugekommenen Daten nicht mehr in die DB geschrieben werden können. Wird der Zeitraum zu kurz gewählt hat man evtl o.g. Problem. Wir haben dieses Jahr bereits 3 Stromausfälle gehabt (München Stadt). USV ist zwar ein Muß, hat uns aber auch schon 1x im Stich gelassen (Server ist abgestürzt, keine Ahnung warum). Bei Robomirror wird der Datenbestand, mittels VSS nur für die Dauer des inkrementellen Kopiervorgangs "gelocked" und kann aber parallel wie gewohnt beschrieben werden. Bei der TMAdmin Variante wird das neue Datenaufkommen auf den Clients gecached und erst sobald die DB wieder frei gegeben ist dorthin geschrieben. Das ist ein elementarer Unterschied! Das mag in einer kleinen Praxis mit wenigen Clients egal sein, in einem größeren Betrieb ist dies u.U. problematisch.

Geigenberger hat geschrieben:Die Ordner, die Ihre sonstigen Dokumente enthalten (z.B. Scans) können Sie natürlich jederzeit leicht inkrementell sichern, auch problemlos im laufenden Betrieb. Aber das entscheidende File "PraxisDB" wird auf jeder Ihrer inkrementellen Sicherungen als "aktualisierte" Version vollständig vorhanden sein.


Richtig! Bei einer versionierten Backuplösung wächst der Speicherbedarf also pro Version nur um die Größe der DB. D.h. in unserem Fall ca. 3GB/Version. Wir haben in unserem NAS 2TB im RAID Verbund. Das reicht für ca. 660 Versionen. Wenn man also 2x/Tag sichert ist das in etwa ein Jahr, das ich in der Zeit zurückgehen kann. Ich hätte vielleicht noch zur Klarheit dazuschreiben sollen, das Robomirror nur ein einzelner Baustein des Backupkonzeptes ist. Nach dem lokalen Sichern des TM Ordners auf dem Server in einen 2. Ordner, soll dieser mittels des Tools "Time-Backup" von Synology versioniert auf das NAS gebracht werden. Robomirror soll nicht zum versionieren benutzt werden sondern nur um möglichst schnell einen Snapshot des Turbomedordners auf dem Server zu erstellen. Von dort geht es dann mit einem weiteren Tool (ebenfalls versioniert) jeden Tag nach Feierabend via VPN auf ein zweites Synology NAS das bei mir Zuhause steht. Dann ist das Backup auch im Fall eines Brandes sicher.

schönen Gruß
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Re: Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

Beitragvon elvito » Dienstag 30. September 2014, 12:02

Hallo,

Meckelein hat geschrieben:Die Verwendung einer MS VSS zur versionierten Datensicherung halte ich für eher suboptimal.


ich auch! Siehe mein vorheriger Beitrag.

schönen Gruß
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Re: Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

Beitragvon Geigenberger » Dienstag 30. September 2014, 12:19

Hallo elvito,
elvito hat geschrieben:... Bei Ihrer Variante müssen Sie also einen Zeitraum mittels Script (TMAdmin BeginBackup und TMAdmin EndBackup) definieren...

Warum?
Ich setze den Befehl "TMAdmin EndBackup" im Script ja erst ab, wenn der Vorgang beendet ist. Dies alles läuft ja in einer Batch-Datei ab - und da ist es natürlich von Vorteil, wenn Sie auf den eigentlich völlig unnötigen grafischen "Überbau" von RoboMirror verzichten und einfach die robocopy-Befehle als Kommandozeile absetzen.
A.Geigenberger

( "RoboMirror is a GUI front-end for the quite popular Robocopy.exe command-line utility for Windows." )
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Re: Hat jemand Erfahrung mit dem Programm RoboMirror?

Beitragvon elvito » Dienstag 30. September 2014, 12:30

Geigenberger hat geschrieben:Hallo elvito,
elvito hat geschrieben:... Bei Ihrer Variante müssen Sie also einen Zeitraum mittels Script (TMAdmin BeginBackup und TMAdmin EndBackup) definieren...

Warum?
Ich setze den Befehl "TMAdmin EndBackup" im Script ja erst ab, wenn der Vorgang beendet ist.


Argh da hab ich zu sehr um die Ecke gedacht! Da haben Sie natürlich recht :)

Geigenberger hat geschrieben: Dies alles läuft ja in einer Batch-Datei ab - und da ist es natürlich von Vorteil, wenn Sie auf den eigentlich völlig unnötigen grafischen "Überbau" von RoboMirror verzichten und einfach die robocopy-Befehle als Kommandozeile absetzen.
A.Geigenberger

( "RoboMirror is a GUI front-end for the quite popular Robocopy.exe command-line utility for Windows." )


1. Robomirror kann zusätzlich VSS, wodurch das ganze TMAdmin Gedöns ja eben wegfällt, ausserdem bleibt die DB auch während des Kopiervorgangs beschreibbar.
("Additionally, RoboMirror supports volume shadow copies. This allows to copy files locked by running processes (Outlook, SQL Server...).")

2. GUI birgt weniger Fehlerquellen (insbesondere für weniger versierte Anwender) als ein ellenlanges Script. Ich bin Fan von KISS = KeepItStupidSimple :)

schönen Gruß
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Re: Erfahrung mit TMAdmin-Backupmodus

Beitragvon wahnfried » Dienstag 30. September 2014, 18:15

elvito hat geschrieben:
Geigenberger hat geschrieben:...aber genau das macht ja TMAdmin ( ...\TMAdmin /beginBackup /server=xy ) doch auch!!?? Sie können problemlos während des Sicherungsvorgangs weiter arbeiten!


Es wird zwar geschrieben, daß dies funktionieren soll, jedoch kommt bei uns, nach Stop der DB mittels TMAdmin, die Meldung, daß die Datenbank momentan angehalten ist und man nicht darauf zugreifen kann... Ich habe mich noch nicht so intensiv damit beschäftigt, da mir die Lösung mit TMAdmin irgendwie "unsympathisch" ist.

...die von Ihnen gemeinte Meldung besagt nur, dass dieser Zustand des Backup-Modus einer oder mehrerer Datenbanken nicht über längere Zeit anhalten sollte. Das Hinweisfenster gibt keinerlei Warnung vor dem Weiter-Arbeiten ab. Normalerweise reicht es aus, dieses Fenster einmalig zu bestätigen - nur wenn der Backup-Modus der Datenbanken länger dauert als ???, kommt es nochmals (hier nie zweimal, da Backupmodus weniger als 3 Minuten). Ein mehrfaches Erscheinen dieses Hinweisfensters am selben Rechner könnte dann ein Hinweis darauf sein, dass der Backupmodus nicht korrekt beendet worden ist (z.B. durch vorzeitiges manuelles Schließen des DOS-Fensters im Falle einer Batch-Datei als Basis der Spiegelung, oder falls der batch-ausführende Client WÄHREND des Backupmodus stirbt). Ich habe es noch nicht erlebt, dass dies im regulären Spiegelungsbetrieb mit TMAdmin zweimal aufpoppte. (Natürlich bleibt das Hinweisfenster an den gerade nicht benutzten Client-Rechnern, die TurboMed gestartet haben, stehen - bis jemand sich dort dies schließend betätigt...)

Nur, falls während des Backup-Modus der Datenbanken ein Stromausfall geschieht und die "Zwischenspeicherung" aus dem RAM verschwindet, wären die innerhalb dieser Zeit erfolgten Eingaben futsch. Da aber der Server sowieso eine USV haben sollte, dürfte selbst bei einem Stromausfall nichts passieren. Netzteildefekt des Servers während des Backupmodus wäre dann noch die einzige Unsicherheit.

Das Ganze läuft hier stündlich im Hintergrund während vollem Praxisbetrieb (auch an den Spiegelungs-Ziel-Rechnern) ab. TMAdmin ist wirklich toll, und wahrlich kein Angstfaktor!!

Grüsse, Wahnfried
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Re: Erfahrung mit TMAdmin-Backupmodus

Beitragvon elvito » Freitag 10. Oktober 2014, 09:37

Hallo,

zunächst nochmals vielen Dank an alle Beteiligten :)

wahnfried hat geschrieben:Nur, falls während des Backup-Modus der Datenbanken ein Stromausfall geschieht und die "Zwischenspeicherung" aus dem RAM verschwindet, wären die innerhalb dieser Zeit erfolgten Eingaben futsch. Da aber der Server sowieso eine USV haben sollte, dürfte selbst bei einem Stromausfall nichts passieren. Netzteildefekt des Servers während des Backupmodus wäre dann noch die einzige Unsicherheit.

Das Ganze läuft hier stündlich im Hintergrund während vollem Praxisbetrieb (auch an den Spiegelungs-Ziel-Rechnern) ab. TMAdmin ist wirklich toll, und wahrlich kein Angstfaktor!!

Grüsse, Wahnfried


Das war halt die Frage wo die Daten, während der Backupmodus aktiviert ist, gecached werden. Ich dachte die Daten werden bei den Clients gechached und erst nach dem Ende des Backupmodus zum Server übertragen. In so einem Fall müssten ja alle Clients eine USV haben. Das ist wirklich blöd, dass von Turbomed nicht mehr Informationen zur Arbeitsweise der Programms zur Verfügung stehen...

Ich habe übrigens aufgrund der Einwürfe die Robomirrorlösung verworfen und nun einen Vierzeilerscript mit Robocopy erstellt. Hiermit dauert das Wegsichern zum NAS ziemlich genau 25 Minuten. Dadurch entfällt für uns leider eine derartig engmaschige Sicherung wie bei Ihnen :)

Ich wollte noch etwas zur Sicherung der Datenbankdateien anmerken. Wenn man eine blockbasierte Sicherungslösung verwendet dann ist es nicht notwendig immer die komplette Datenbank zu übertragen, sondern eben nur die veränderten Blöcke. Damit dauert bei uns mit maximal 3Mbit Upload eine versionierte Sicherung vom NAS in der Praxis via Internet und VPN zum NAS bei mir zuhause nur 17 Minuten :). Eine blockbasierte Sicherungslösung ist bei vielen NAS Geräten bereits kostenlos integriert. Ein weiterer Vorteil ist, das ein blockbasiertes Backup auch bei sehr vielen Versionen nur langsam anwächst. Falls jemand Interesse hat kann ich evtl. mal eine Anleitung schreiben wie sowas umgesetzt werden kann.

schönen Gruß
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